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Neues Relais sorgt für guten Funk

Ein Bericht aus der „Nachbarschaft“:

Schleswig-Holsteins Funkamateure installieren neue Relaisstation auf dem Aussichtsturm der Globetrotter Lodge / Reichweite gut 70 Kilometer

Die Amateurfunk-Relaisstelle auf dem Aschberg ist die modernste und leistungsstärkste der insgesamt 28 Funkstellen in Schleswig-Holstein. Anlagen mit einer größeren Reichweite gibt es nicht. Am 1. Dezember wird der Bundesverband Deutscher Amateur Radio Club (DARC) die neue errichtete Relaisstelle auf dem 23 Meter hohen Aussichtsturm der Globetrotter Lodge offiziell in Betrieb nehmen. Gestern ging sie während eines Probebetriebs „on air“.

Im Zuge der Bauarbeiten für die Lodge musste die Vorgängeranlage, die Anfang der 70er Jahre am Rand des oberen Parkplatzes errichtet wurde, im Juli diesen Jahres abgebaut werden. Doch Rolf Heide und Heinz Trochelmann vom Distrikt Schleswig-Holstein wurden sich schnell mit den Globetrotter Geschäftsführern Kay Langbehn und Günther Hoffmann einig, so dass die neue Relaisstelle auf dem Aussichtsturm installiert werden konnte. Die Relaisstation ermöglicht die Funkübertragung über größere Strecken. Auf einer Erhebung, die sonst eher ein Hinderns für die Funkwellen darstellen, wirkt die Anlage somit als Verstärker.

„Durch die exponierte geografische Lage des Gebäudes und Dank seiner Höhe ist die Reichweite der neuen Sendeanlage deutlicher besser als bisher“, sagt Heide. Der Aschberg bringt es auf gut 98 Meter, der Turm auf weitere 23 Meter. Die Anlage selbst misst etwa fünf Meter. Große Teile des Landes könnten von hier trotz kleiner Sendeleistung erreicht werden. „Ein Radius von rund 70 Kilometer seien kein Problem“, so Trochelmann. Die Anlage sei damit überregional von großer Bedeutung. Die Leistung sei aber von vielen Faktoren, wie beispielsweise dem Wetter, abhängig.

Die Funkamateure kommen niemandem in die Quere. Handys würden auf ganze anderen Frequenzen senden, ebenso Polizei und Feuerwehr. Wer auf Amateurfunk-Frequenzen weltweit senden und empfangen will, braucht eine staatliche Genehmigung.

Während es im Amateurfunk für viele Aktive darum geht, weltweit Funkverbindungen herzustellen, kommt diesem Hobby aber auch eine sehr wichtige Bedeutung zu. Im Katastrophen- oder Unwetterfall können die Funkamateure die Notfallkommunikation unterstützen. Daher verfügt die Relaisstelle auch über eine Notstromversorgung, die den Betrieb auch bei einem totalen Zusammenbrechen des öffentliche Stromnetzes aufrecht hält. So leistete die Vorgängeranlage auf dem Aschberg bei der Schneekatastrophe 1977/78 wertvolle Dienste. Funkamateure sprangen mit ihren jederzeit betriebsbereiten Geräten in die Bresche und leiteten Nachrichten weiter, besetzten Leitstellen, Hubschrauber, begleiteten die Panzerbesatzung und ermöglichten die Koordinierung der Einsatzkräfte.

„Orkantief Christian hat gezeigt, dass so ein Notfall schnell kommen kann“, sagt Heide. Hier seien die Leitstellen zeitweise nicht zu erreichen gewesen, selbst Handynetze brachen zusammen. Die Funkamateure wären dann die einzigen gewesen, die Kommunikation zu halten.

Quelle: Redaktion der Eckernförder Zeitung vom 21. November 2013

 

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